Grossraumbüros nehmen noch immer einen Grossteil der Büroflächen ein. Flächeneffizienz nennt man das… weniger Wände, mehr Arbeitsplätze, grössere Flexibilität. Für Arbeitgeber klingt das verlockend: Kosten sparen, Zusammenarbeit fördern, Strukturen vereinfachen.
Doch Effizienz hat ihren Preis. Zahlreiche Studien zeigen, dass Grossraumbüros unglücklich und krank machen. Was einst als Zukunft des Arbeitens galt, steht heute sinnbildlich für Lärm, Stress und Überforderung.
Laut dem HR Panel 2020 (Seite 8-10) gilt das Grossraumbüro als der unbeliebteste Arbeitsplatz. Zu laut, zu unpersönlich und nach der Pandemie schlicht nicht mehr zeitgemäss.
Eine globale Studie von Crown Workspace (2025) zeigt:
91 % der Befragten würden häufiger ins Büro zurückkehren, wenn die Räume ihre Bedürfnisse besser unterstützen würden.
67 % wünschen sich Ruhezonen, 77 % schätzen personalisierbare Arbeitsplätze, und 70 % halten einen eigenen, individuell eingerichteten Schreibtisch für entscheidend für eine positive Büroerfahrung.
Das zeigt klar: Mitarbeitende wollen keine ständige Sichtbarkeit, sondern Selbstbestimmung und Rückzugsmöglichkeiten.
Auch der Harvard Business Manager (2023) bezeichnete das Grossraumbüro als „die schlechteste aller Bürowelten“. Studien der Harvard Business School und der Universität Witten/Herdecke bestätigen, dass offene Büros Produktivität mindern, Kommunikation hemmen und Krankheitsraten erhöhen.
Laut einer Untersuchung sank die Face-to-Face-Kommunikation um rund 70 %, nachdem Mitarbeitende von Einzel- in Grossraumbüros zogen, während die elektronische Kommunikation zunahm.
(Quelle: Harvard Business School, 2018)
Lärm ist einer der grössten Stressfaktoren im Grossraumbüro. In vielen Fällen liegt der Geräuschpegel über dem Grenzwert für geistige Tätigkeiten von 55 dB(A) – ein Dauerreiz, der zu Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und erhöhter Fehlerquote führt.
Fehlende Raumtrennungen begünstigen zudem die Ausbreitung von Viren und anderen Krankheitserregern, was zu mehr krankheitsbedingten Ausfällen führt.
Doch die grösste Belastung entsteht nicht durch Geräusche oder Viren, sondern durch das Gefühl, keine Kontrolle über die eigene Arbeitsumgebung zu haben.
Licht, Temperatur, Bewegung, Rückzug… all das beeinflusst unser Wohlbefinden, meist unbewusst.
Laut Spektrum.de (2024) sind Menschen zufriedener und gesünder, wenn sie ihren Arbeitsplatz selbst wählen können. Also je nach Aufgabe zwischen Austausch und Konzentration wechseln dürfen.
Gleichzeitig belegt die Crown Workspace Studie (2025), dass 77 % der Befragten einen eigenen, personalisierbaren Arbeitsplatz schätzen, und 70 % einen individuell eingerichteten Schreibtisch für entscheidend halten.
Das klingt widersprüchlich, ist es aber nicht unbedingt:
Menschen wünschen sich Autonomie – das Recht, über ihre Umgebung mitzuentscheiden.
Für die einen bedeutet das ein fester, persönlicher Platz; für andere die Freiheit, flexibel zu arbeiten.
Beiden gemeinsam ist das Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Privatsphäre.
Das Fazit vieler Expert:innen ist eindeutig:
Grossraumbüros sparen Fläche und Kosten, aber häufig auf Kosten von Gesundheit, Konzentration und Motivation.
Erst wenn sie Gestaltungsfreiheit, Rückzug und Individualität zulassen, werden sie zu Orten, an denen Menschen wirklich gut arbeiten können.
Es gibt keine universelle Lösung. Aber es gibt intelligente Wege, wie Innenarchitektur und intelligente Organisation gemeinsam Räume schaffen können, die Effizienz und Wohlbefinden verbinden.
Akustik ist das wichtigste Gestaltungselement in einem Grossraumbüro.
Schallabsorbierende Materialien, textile Elemente, Pflanzen oder Stellwände reduzieren die Lärmbelastung. Ein Grossraumbüro wird niemals wirklich ruhig sein, aber der Nachhall lässt sich deutlich reduzieren.
Auch Raumgliederungssysteme, wie Regale und mobile Trennelemente, helfen Sichtachsen zu beruhigen und Ablenkungen zu minimieren. Dadurch entstehen auch kleinere Gruppen, die zu einer besseren Privatsphäre beitragen.
Natürliches Licht wirkt sich messbar auf Konzentration und Stimmung aus.
Arbeitsplätze sollten möglichst in Fensternähe geplant werden, nicht weiter als 20 Meter vom Tageslicht entfernt.
Ein abgestimmtes Beleuchtungskonzept mit indirektem, qualitativ hochwertigem Kunstlicht fördert die Leistungsfähigkeit. Human-Centric-Lighting schafft zudem Szenarien, die dem menschlichen Biorhythmus angepasst sind und so die Gesundheit fördern.
Die Qualität des Lichts ist enorm wichtig, da Licht Einfluss auf viele Prozesse in unserem Gehirn hat. Gleichzeitig gibt es sehr unterschiedliche Bedürfnisse, die abhängig sind von Alter, Lebensstil und Aufgabe am Arbeitsplatz. Daher sollte jeder auf individuell steuerbares Licht Zugriff haben.
Räume für Telefonate, Fokus oder Pausen sind keine Extras, sondern oberste Priorität.
Crown Workspace fand heraus, dass Mitarbeitende sich explizit mehr Ruhebereiche und abgetrennte Nischen wünschen.
Diese Zonen sollten ausreichend vorhanden und leicht zugänglich sein, nicht nur eine einzelne „Telefonbox“ für 50 Personen.
Top Leistung braucht auch top Bedingungen. Das gilt bei Arbeitnehmern genauso wie bei Spitzensportlern. Oder glaubst du Usain Bolt hätte auch mit Flip Flops seine Rennen gewonnen?
Abwechslung ist die Würze des Lebens und auch Büros brauchen Abwechslung.
Mobile Trennwände, Pflanzeninseln oder akustisch wirksame Möbel ermöglichen variable Gruppengrössen und unterstützen verschiedene Arbeitsmodi: vom Einzelarbeitsplatz bis zur spontanen Teamrunde.
Mitarbeitende, die ihre Umgebung gestalten dürfen, sind motivierter.
Unternehmensrichtlinien sollten es erlauben, Arbeitsplätze zu personalisieren, sei es durch kleine Gegenstände, Fotos oder individuelle Licht- und Temperatursteuerung. Auch bei Flex Desks kann dies umgesetzt werden und mit etwas Ideenreichtum kann man dies auch aktiv unterstützen und ins Branding integrieren.
Die räumliche Gestaltung ist nur die halbe Miete. Damit das Konzept funktioniert, muss auch die Organisation hinterfragen, wie gearbeitet wird.
Grossraumbüros sind nicht per se schlecht, sie sind nur oft zu eindimensional gedacht.
Wenn sie jedoch mit Achtsamkeit, architektonischer Qualität und organisatorischem Verständnis geplant werden, können sie vielfältige Arbeitslandschaften schaffen, die Menschen fördern statt schwächen.
Ein gutes Büro ist kein Kompromiss zwischen Austausch und Konzentration.
Es ist ein Raum, der beides zulässt und in dem sich Menschen wohl und verbunden fühlen.
Wenn dein Grossraumbüro auch Hilfe braucht, dann kann dir lisannco Innenarchitektur dabei helfen ein Konzept zu erarbeiten, dass deine Unternehmenskultur nachhaltig stärkt.