Was ein Home Office wirklich braucht – für Effizienz und Wohlbefinden

home office2

Das Home-Office ist für viele längst Alltag geworden, denn Unternehmen setzen nach wie vor auf hybrides Arbeiten. Doch nicht alle Arbeitgeber sind überzeugt von der Produktivität ihrer Teams zu Hause. Tatsächlich sind viele Home-Offices qualitativ nicht mit gut ausgestatteten Büroarbeitsplätzen vergleichbar.
Dabei ist ein funktionaler Arbeitsplatz zu Hause keine Frage des Budgets, sondern der richtigen Planung.
Hier erfährst du, welche Komponenten entscheidend sind, um dein Home-Office effizient, gesund und inspirierend zu gestalten.

Der richtige Ort

Nicht jeder hat den Luxus, sich den idealen Platz im zuhause frei auszuwählen. Trotzdem lohnt es sich, genau hinzuschauen und vielleicht ein wenig zu schieben oder umzuräumen.

Wichtige Kriterien:

  • Natürliches Licht: Tageslicht ist essenziell für Leistungsfähigkeit, Konzentration und Stimmung. Kunstlicht allein reicht nicht aus.
  • Raumklima: Ein zu kalter Arbeitsplatz (z. B. im unbeheizten Schlafzimmer) oder überhitzte Räume an Südfenstern mindern die Konzentration.
  • Ruhe: Der Arbeitsplatz sollte möglichst störungsfrei liegen, abseits von Familienzonen oder Strassenlärm.

Oft sind Kompromisse nötig, aber mit gezielten Anpassungen lässt sich fast jeder Platz in einen funktionalen Arbeitsbereich verwandeln.

Die richtige Grösse des Arbeitsplatzes

Die Grösse des Schreibtischs hängt stark von deiner Tätigkeit ab:

  • Reine Bildschirmarbeit: 120 bis 140 cm Breite reichen meist aus.
  • Tätigkeiten mit vielen analogen Hilfsmitteln (wie z.B. Bücher): Mindestens 160 cm sind empfehlenswert.
  • Tischtiefe: Unter 60 cm wird es eng. Optimal sind 80 cm, um Monitor, Tastatur und Unterlagen bequem anzuordnen und auch unter dem Tisch für genug Beinfreiheit zu sorgen.

Auch die Augen danken dir für einen tieferen Schreibtisch. Die modernen Bildschirme sind sehr gross und wir brauchen genug Abstand zu ihnen, um die Augen nicht zu überanstrengen, was schnell zu Kopfschmerzen führt.

Ergonomie – Bewegung statt Perfektion

Ein ergonomischer Stuhl ist eine gute Sache. Entscheidend ist jedoch nicht unsere Ausstattung, sondern wie statisch wir den Tag auf dem Stuhl verbringen. Je mehr wir uns zwischendurch bewegen, desto besser.

Hilfreich sind:

  • Ein Stuhl mit beweglicher Lehne und guten Rollen für mehr Dynamik während dem Sitzen
  • Ein höhenverstellbarer Schreibtisch für mehr Abwechslung
  • Ein Timer, der dich an Pausen erinnert (der wohl wichtigste Punkt überhaupt)

Die Konzentrationsfähigkeit eines Erwachsenen liegt für die meisten Menschen bei etwa 90 Minuten am Stück, danach nimmt die Aufmerksamkeit ab. Der ideale Zeitpunkt für Pausen sind also alle 90 Minuten. Dann solltest du kurz aufstehen, etwas Bewegung in Beine und Arme bringen und mit dem Blick in die Ferne schweifen (nicht aufs Smartphone). Kleine Routinen mit grosser Wirkung.

Das richtige Lichtkonzept

Unser Biorhythmus folgt dem Tageslicht. Wer dauerhaft unter falscher Beleuchtung arbeitet, wird schneller müde und unkonzentriert.

Tipps:

  • Nutze das natürliche Licht – der Schreibtisch sollte seitlich zum Fenster stehen.
  • Ergänze durch Leuchten, die HCL* ermöglichen: helles, kaltes Licht am Morgen für Fokus, warmes Licht am späten Nachmittag zum Entspannen.
  • Eine Kombination aus Tischleuchte und gleichmässiger Raumbeleuchtung (z. B. Stehleuchte mit indirektem Licht oder weiches Flächenlicht an der Decke) schont die Augen.

*HCL – Human Centric Lighting bedeutet die Anpassung der Beleuchtung mit dem natürlichen Verlauf des Tageslichts. Dabei werden sowohl Beleuchtungsstärke als auch Farbtemperatur verändert und mit dem Biorhythmus synchronisiert. Vor Allem in den dunklen Wintermonaten können wir dadurch der Wintermüdigkeit entgegenwirken.

Akustik – Ruhe schafft Konzentration

Lärm lenkt ab und erhöht Stress. Auch im Home-Office ist Akustik ein wichtiger Faktor.

Massnahmen:

  • Teppiche, Vorhänge oder Akustikpaneele reduzieren Nachhall.
  • Prüfe immer gegenüberliegende Flächen. Sind beide schallhart, sollte eine Seite mit Hilfe von akustisch wirksamen Materialien/Elementen etwas gedämpft werden.
  • Bei Kinder- oder Strassenlärm helfen diese Massnahmen wenig. Noise-Cancelling-Kopfhörer oder sanfte Hintergrundmusik sind hier die beste Lösung.

Auch hier kann man zeitliche Faktoren für den Arbeitstag berücksichtigen. Lege Arbeiten, die eine hohe Konzentration erfordern, auf Tageszeiten, an denen du möglichst ungestört arbeiten kannst, etwa wenn die Kinder in der Kita oder der Schule sind.

Ordnung & Organisation

Ein überladener Arbeitsplatz schafft Unruhe. Halte deinen Schreibtisch minimalistisch: Nur das, was du wirklich brauchst, bleibt sichtbar.

Nutze Rollcontainer oder kleine Sideboards für Utensilien. Schubladen bieten einen besseren Überblick und sind Fächern zu bevorzugen.

Und vergiss nicht: Auch Ästhetik beeinflusst die Motivation, also darf dein Arbeitsplatz ruhig schön sein. Auf ein Übermass an Styling und Dekoration sollte man allerdings verzichten, da jedes Element eine potenzielle Ablenkung ist.

Fazit: Ein funktionales Home-Office kostet kein Vermögen

Ein gutes Home-Office entsteht nicht durch teure Möbel, sondern durch durchdachte Planung, Organisation und Bewusstsein für die eigenen Arbeitsgewohnheiten.
Wer versteht, was Fokus und Energie fördert und was sie stört, kann auch von zu Hause aus produktiv, konzentriert und mit Freude arbeiten.

Wenn du Unterstützung bei der Gestaltung deines Home-Office brauchst oder nicht weisst, wie du in deiner Wohnung Platz dafür findest – lisannco Innenarchitektur in Zürich und Umgebung hilft dir gerne weiter.