Was ein Home Office wirklich braucht – für Effizienz und Wohlbefinden

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Das Home-Office ist für viele längst Alltag geworden, denn Unternehmen setzen nach wie vor auf hybrides Arbeiten. Doch nicht alle Arbeitgeber sind überzeugt von der Produktivität ihrer Teams zu Hause. Tatsächlich sind viele Home-Offices qualitativ nicht mit gut ausgestatteten Büroarbeitsplätzen vergleichbar.
Dabei ist ein funktionaler Arbeitsplatz zu Hause keine Frage des Budgets, sondern der richtigen Planung.
Hier erfährst du, welche Komponenten entscheidend sind, um dein Home-Office effizient, gesund und inspirierend zu gestalten.

Der richtige Ort

Nicht jeder hat den Luxus, sich den idealen Platz im zuhause frei auszuwählen. Trotzdem lohnt es sich, genau hinzuschauen und vielleicht ein wenig zu schieben oder umzuräumen.

Wichtige Kriterien:

  • Natürliches Licht: Tageslicht ist essenziell für Leistungsfähigkeit, Konzentration und Stimmung. Kunstlicht allein reicht nicht aus.
  • Raumklima: Ein zu kalter Arbeitsplatz (z. B. im unbeheizten Schlafzimmer) oder überhitzte Räume an Südfenstern mindern die Konzentration.
  • Ruhe: Der Arbeitsplatz sollte möglichst störungsfrei liegen, abseits von Familienzonen oder Strassenlärm.

Oft sind Kompromisse nötig, aber mit gezielten Anpassungen lässt sich fast jeder Platz in einen funktionalen Arbeitsbereich verwandeln.

Die richtige Grösse des Arbeitsplatzes

Die Grösse des Schreibtischs hängt stark von deiner Tätigkeit ab:

  • Reine Bildschirmarbeit: 120 bis 140 cm Breite reichen meist aus.
  • Tätigkeiten mit vielen analogen Hilfsmitteln (wie z.B. Bücher): Mindestens 160 cm sind empfehlenswert.
  • Tischtiefe: Unter 60 cm wird es eng. Optimal sind 80 cm, um Monitor, Tastatur und Unterlagen bequem anzuordnen und auch unter dem Tisch für genug Beinfreiheit zu sorgen.

Auch die Augen danken dir für einen tieferen Schreibtisch. Die modernen Bildschirme sind sehr gross und wir brauchen genug Abstand zu ihnen, um die Augen nicht zu überanstrengen, was schnell zu Kopfschmerzen führt.

Ergonomie – Bewegung statt Perfektion

Ein ergonomischer Stuhl ist eine gute Sache. Entscheidend ist jedoch nicht unsere Ausstattung, sondern wie statisch wir den Tag auf dem Stuhl verbringen. Je mehr wir uns zwischendurch bewegen, desto besser.

Hilfreich sind:

  • Ein Stuhl mit beweglicher Lehne und guten Rollen für mehr Dynamik während dem Sitzen
  • Ein höhenverstellbarer Schreibtisch für mehr Abwechslung
  • Ein Timer, der dich an Pausen erinnert (der wohl wichtigste Punkt überhaupt)

Die Konzentrationsfähigkeit eines Erwachsenen liegt für die meisten Menschen bei etwa 90 Minuten am Stück, danach nimmt die Aufmerksamkeit ab. Der ideale Zeitpunkt für Pausen sind also alle 90 Minuten. Dann solltest du kurz aufstehen, etwas Bewegung in Beine und Arme bringen und mit dem Blick in die Ferne schweifen (nicht aufs Smartphone). Kleine Routinen mit grosser Wirkung.

Den eigenen Arbeitsfluss zu unterbrechen ist nicht einfach, ich kenne das selbst nur zu gut. Auch ein Timer funktioniert da nicht immer. Deshalb bin ich Fan von Apps, die nach der eingestellten Zeit einfach deinen Bildschirm sperren und dich so zum Pause machen bewegen. Beispiele solcher Apps sind etwa Freedom oder Cold turkey Blocker.

Das richtige Lichtkonzept

Unser Biorhythmus folgt dem Tageslicht. Wer dauerhaft unter falscher Beleuchtung arbeitet, wird schneller müde und unkonzentriert.

Tipps:

  • Nutze das natürliche Licht – der Schreibtisch sollte seitlich zum Fenster stehen. Kommt das Licht von vorne, riskierst du ebenfalls eine Überanstrengung der Augen durch Blendung. Sitzt du mit dem  Rücken zum Fenster spiegelt sich das Licht in deinem Bildschirm.
  • Ergänze durch Leuchten, die HCL* ermöglichen: helles, kaltes Licht am Morgen für Fokus, warmes Licht am späten Nachmittag zum Entspannen.
  • Eine Kombination aus Tischleuchte und gleichmässiger Raumbeleuchtung (z. B. Stehleuchte mit indirektem Licht oder weiches Flächenlicht an der Decke) schont die Augen.

*HCL – Human Centric Lighting bedeutet die Anpassung der Beleuchtung mit dem natürlichen Verlauf des Tageslichts. Dabei werden sowohl Beleuchtungsstärke als auch Farbtemperatur verändert und mit dem Biorhythmus synchronisiert. Vor Allem in den dunklen Wintermonaten können wir dadurch der Wintermüdigkeit entgegenwirken.

Wenn du noch mehr darüber erfahren möchtest, wie sich Licht auf den Menschen auswirkst, kannst du das in diesem Artikel nachlesen.

Akustik – Ruhe schafft Konzentration

Lärm lenkt ab und erhöht Stress. Auch im Home-Office ist Akustik ein wichtiger Faktor.

Massnahmen:

  • Teppiche, Vorhänge oder Akustikpaneele reduzieren Nachhall.
  • Prüfe immer gegenüberliegende Flächen. Sind beide schallhart, sollte eine Seite mit Hilfe von akustisch wirksamen Materialien/Elementen etwas gedämpft werden.
  • Bei Kinder- oder Strassenlärm helfen diese Massnahmen wenig. Noise-Cancelling-Kopfhörer oder sanfte Hintergrundmusik sind hier die beste Lösung.

Auch hier kann man zeitliche Faktoren für den Arbeitstag berücksichtigen. Lege Arbeiten, die eine hohe Konzentration erfordern, auf Tageszeiten, an denen du möglichst ungestört arbeiten kannst, etwa wenn die Kinder in der Kita oder der Schule sind.

Ordnung & Organisation

Ein überladener Arbeitsplatz schafft Unruhe. Halte deinen Schreibtisch minimalistisch: Nur das, was du wirklich brauchst, bleibt sichtbar.

Nutze Rollcontainer oder kleine Sideboards für Utensilien. Schubladen bieten einen besseren Überblick und sind Fächern zu bevorzugen.

Das Thema Ordnung hat einen grossen Einfluss auf unser Stresslevel. Mehr darüber, findest du in diesem Artikel.

Und vergiss nicht: Auch Ästhetik beeinflusst die Motivation, also darf dein Arbeitsplatz ruhig schön sein. Auf ein Übermass an Styling und Dekoration sollte man allerdings verzichten, da jedes Element eine potenzielle Ablenkung ist.

Fazit: Ein funktionales Home-Office kostet kein Vermögen

Ein gutes Home-Office braucht keine teuren Möbel, sondern durchdachte Planung, Organisation und Bewusstsein für die eigenen Arbeitsgewohnheiten.
Wer versteht, was Fokus und Energie fördert und was sie stört, kann auch von zu Hause aus produktiv, konzentriert und mit Freude arbeiten.

Einen ausführlichen Artikel wie Räume unser Wohlbefinden beeinflussen, findest du hier.

Wenn du Unterstützung bei der Gestaltung deines Home-Office brauchst oder nicht weisst, wie du in deiner Wohnung Platz dafür findest – lisannco Innenarchitektur in Zürich und Umgebung hilft dir gerne weiter. Und wenn die ausserdem interessiert, wie eine moderne Arbeitswelt aussehen sollte, dann liess doch meinen Leitfaden für die Arbeitswelt der Zukunft.

FAQ

Wie richte ich ein ergonomisches Home Office ein?

Ein ergonomischer Arbeitsplatz im Home Office ist einer, der dich dazu einlädt, deine Körperhaltung regelmässig zu verändern. Muskeln und Gelenke sind für Bewegung gemacht und bleiben durch häufige Positionswechsel langfristig belastbarer.

Ein ergonomischer Bürostuhl mit Rollen und verstellbarer Rückenlehne sowie ein höhenverstellbarer Schreibtisch ermöglichen es dir, zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln, ohne deine Arbeit zu unterbrechen. Während der Steharbeit können beispielsweise Yogablöcke oder eine Fussstütze unter dem Schreibtisch dabei helfen, auch im Stand in Bewegung zu bleiben.

Am wichtigsten sind jedoch regelmässige Pausen. Stehe idealerweise alle 60 bis 90 Minuten auf, strecke dich, gehe ein paar Schritte und gönne auch deinen Augen eine kurze Erholung, indem du in die Ferne blickst.

Welche Beleuchtung eignet sich am besten für ein Home Office?

Wie im Büro gilt auch im Home Office: Eine gute Beleuchtung besteht aus mehreren Lichtquellen.

Am wichtigsten ist natürliches Tageslicht, da es Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden nachweislich unterstützt. Idealerweise fällt das Tageslicht seitlich auf deinen Arbeitsplatz, um Blendungen auf dem Bildschirm zu vermeiden.

Ergänzend sorgt eine helle, möglichst flächige Grundbeleuchtung, beispielsweise eine grosse Decken- oder Panelleuchte, für eine gleichmässige Ausleuchtung des Raumes. Sie sollte dimmbar sein und eine neutrale Lichtfarbe besitzen.

Direkt am Arbeitsplatz empfiehlt sich zusätzlich eine flexible Schreibtischleuchte. Besonders praktisch sind Modelle mit einstellbarer Helligkeit und variabler Farbtemperatur. Kälteres Licht unterstützt tagsüber die Konzentration, während wärmeres Licht am Abend dem Körper signalisiert, langsam in den Ruhemodus überzugehen.

Wie richte ich ein Home Office ein, das Konzentration fördert?

Ein Home Office, das Konzentration fördert, ist reizarm gestaltet und gut belichtet.

Ein aufgeräumter, minimalistischer Schreibtisch reduziert visuelle Ablenkungen und schafft mentale Klarheit. Deshalb solltest du nur Gegenstände griffbereit haben, die du regelmässig benötigst.

Ebenso wichtig ist eine gute Akustik. Lärm und häufige Unterbrechungen erhöhen den Stress und erschweren konzentriertes Arbeiten. Studien zeigen, dass es nach einer Ablenkung im Durchschnitt rund 20 Minuten dauern kann, bis wir wieder unsere ursprüngliche Konzentration erreichen.

Auch die Beleuchtung spielt eine entscheidende Rolle. Eine Schreibtischleuchte mit einstellbarer Farbtemperatur ermöglicht es dir, tagsüber kühleres, aktivierendes Licht für mehr Fokus zu nutzen und gegen Abend auf wärmeres Licht umzuschalten, um deinen natürlichen Biorhythmus zu unterstützen.