Die meisten haben schon von Biophilic Design gehört. Neuroaesthetic Design und Salutogenic Design sind zwei weitere Begriffe, die in Innenarchitektur- und Designkreisen immer häufiger auftauchen.
Doch was bedeuten diese Schlagwörter eigentlich? Ist das alles nur „Hokuspokus“ oder steckt mehr dahinter?
In diesem Beitrag bringen wir Licht ins Dunkel und schauen uns die drei Konzepte genauer an:
Was sie bedeuten, woher sie stammen und wie sie im Kontext der Innenarchitektur einzuordnen sind.
Biophilic Design beruht auf der Biophilia-Hypothese, die besagt, dass Menschen eine angeborene, biologische Verbundenheit zur Natur besitzen und dass natürliche Umgebungen positive Effekte auf Gesundheit und Wohlbefinden haben (Wilson, 1984).
Ziel des Biophilic Design ist es daher, unsere künstlich gebaute Umwelt so zu gestalten, dass sie diese Verbindung zur Natur wiederherstellt oder aufrechterhält, unter anderem durch:
Zahlreiche Studien zeigen, dass biophile Räume nicht nur das subjektive Wohlbefinden steigern, sondern auch Stress reduzieren, die Stimmung verbessern und sogar die kognitive Leistungsfähigkeit erhöhen können.
Eine Studie zeigte zudem, dass bereits eine kurze Exposition gegenüber biophilen Innenräumen – etwa durch Pflanzen oder naturbasierte Elemente – zu einer reduzierten präfrontalen Aktivität im Gehirn und zu einer gesteigerten emotionalen Erholung führen kann. Ein physiologisch belegter Effekt, der die restaurative Wirkung von Naturgestaltung untermauert (MDPI).
Neuroaesthetic Design basiert auf Erkenntnissen aus den Neurowissenschaften, der Umweltpsychologie und der Architekturpsychologie. Es untersucht, wie architektonische Elemente nicht nur visuell, sondern neurologisch verarbeitet werden und welche emotionalen, kognitiven und physiologischen Reaktionen sie auslösen.
Der Begriff Neuroästhetik wurde in den 1990er-Jahren vom Neurobiologen Semir Zeki geprägt, der erforschte, warum Menschen bestimmte Kunstwerke als schön empfinden. Diese Erkenntnisse wurden später auf Architektur und Raumgestaltung übertragen.
In einer systematischen Übersichtsarbeit von Assem et al. werden unter anderem folgende Erkenntnisse beschrieben:
Ziel des neuroästhetischen Designs ist es, innere Zustände wie Stress, Aufmerksamkeit oder emotionale Balance gezielt zu beeinflussen und diese Forschungen zeigen, dass bewusst gestaltete Räume messbar auf unsere Wahrnehmung und unser emotionales Erleben wirken können.
Der salutogene Ansatz basiert auf der Salutogenese-Theorie des Medizinsoziologen Aaron Antonovsky aus den 1970er-Jahren. Im Gegensatz zur Pathogenese, die sich mit der Entstehung von Krankheit beschäftigt, fragt die Salutogenese:
Was hält Menschen gesund?
Zentral ist dabei der sogenannte Sense of Coherence (SOC), der sich aus drei Komponenten zusammensetzt:
Je stärker dieser Kohärenzsinn ausgeprägt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch langfristig gesund bleibt.
Der Architekt Alan Dilani übertrug dieses Modell später auf die Architektur. Im Raum kann sich der SOC unter anderem so zeigen:
Salutogenic Design findet sich heute vor allem in der Gesundheitsarchitektur und in therapeutischen Umgebungen, wo es nicht nur um Erholung, sondern um aktive Selbstwirksamkeit und Heilungsprozesse geht (Frontiers).
Neuroaesthetic, Biophilic und Salutogenic Design sind keine getrennten Disziplinen.
Alle drei beschäftigen sich mit der Frage, wie wir gebaute Räume nicht nur ästhetisch, sondern gesund, unterstützend und lebenswert gestalten können.
Sie zeigen, wie Licht, Materialien, Proportionen, Natur und Raumstruktur zusammenspielen, um Körper, Geist und Emotionen positiv zu beeinflussen.
Nichts davon ist „Hokuspokus“, sondern wissenschaftlich fundiert.
Diese Konzepte entfalten ihre Wirkung vor allem dort, wo viele Menschen zusammenkommen und viel Zeit verbringen, also hauptsächlich im öffentlichen Raum:
Hier können wir echten Mehrwert für die breite Bevölkerung generieren, wenn wir uns diese Prinzipien zu Nutze machen und Lebensräume neu denken.
So wertvoll wissenschaftliche Erkenntnisse auch sind: Sie liefern Durchschnittswerte, keine individuellen Wahrheiten.
Jeder Mensch erlebt Raum anders, besonders deutlich zeigt sich das etwa in der Farbpsychologie, wo in Studien die subjektiven Unterschiede sehr deutlich sein können. Deshalb sind diese Konzepte im privaten Wohnbau kein Patentrezept.
Hier reicht es nicht, wissenschaftliche Modelle anzuwenden.
Es braucht den Dialog mit dem Menschen, der dort lebt.
Und genau dieser Dialog steht bei lisannco Innenarchitektur für Zürich und Umgebung im Mittelpunkt.
Durch sorgfältige Analyse, empathisches Zuhören und konzeptionelles Denken entstehen Räume, die nicht im theoretischen Sinne neuroästhetisch, biophil oder salutogen sind, sondern persönlich, stimmig und echt.