Ob Laminat, Fliesen oder Kunstharzbeschichtungen: Die Holzoptik wird stark beworben und die Technik verbessert sich stetig. Mit dem Auge sind sie oft kaum noch von echtem Holz zu unterscheiden.
Warum ich trotzdem dagegen bin, diese Produkte im Wohnungsbau einzusetzen, erfährst du hier.
Man muss zugeben, dass Holzimitate einige Vorteile haben. Besonders Fliesen oder Kunstharzbeschichtungen sind robuster und pflegeleichter als Holz. Während Fliesen auch nach Jahren oft noch wie neu aussehen (abgesehen von den Fugen), zeigt Parkett meist schon Spuren des Lebens: Kratzer, Flecken, Druckstellen.
Massivholzoberflächen benötigen hin und wieder Pflege, ein leichtes Abschleifen oder Nachölen, während Kunstharz meist schon mit einem feuchten Lappen zufrieden ist.
Genau hier hören die Vorteile aber auf. Trotzdem entscheiden sich viele für die künstliche Holzoptik, weil sie den Mehraufwand der Pflege scheuen und sich der zahlreichen Vorteile von echtem Holz gar nicht bewusst sind.
Der Mensch ist in erster Linie ein visuelles Wesen, das heisst, wir erleben unsere Umwelt vor allem über die Augen. Doch wir haben noch vier weitere Sinne: hören, riechen, schmecken und fühlen.
Auch wenn wir uns dieser Sinne im Alltag kaum bewusst sind, prägen sie unser Erleben eines Raumes mindestens genauso stark.
Gute Innenarchitektur lebt nicht nur von visueller Ästhetik, sie bezieht alle Sinne mit in die Raumgestaltung ein.
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Wenn wir durch den Wald laufen, hören wir es knarren und ächzen. Auch in alten Häusern hört man, wie sich die Balken dehnen und bewegen. Holz lebt. Es nimmt Feuchtigkeit auf, dehnt sich aus, gibt sie wieder ab und zieht sich zusammen.
Was wir da hören, ist Teil eines lebendigen Raumklimas.
Abgesehen davon ist Holz eher leise. Ein Parkettboden ist weniger schallhart als Fliesen und trägt dadurch zu einer angenehmeren Akustik bei.
Wir alle kennen ihn, und fast alle lieben ihn: den Geruch von Holz.
Ein Parkettboden oder ein Massivholztisch riechen zwar nicht wie ein Pinienwald, doch auch die dezenten Noten nimmt unser Gehirn wahr und sie wirken unbewusst auf uns.
Wie schnell Gerüche wahrgenommen werden, haben chinesische Wissenschaftler untersucht: Menschen können Gerüche fast genauso schnell wahrnehmen wie Farben.
Für unsere Atmungsorgane kann Holz noch mehr leisten. Besonders unbehandeltes Holz besitzt antimikrobielle Eigenschaften: Viren, Bakterien und andere Erreger können sich darauf schlechter vermehren.
Zudem reguliert Holz durch seine Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, die Luftfeuchtigkeit im Raum.
All das trägt zu einem gesunden Raumklima bei.
Ein Fliesenboden in Holzoptik wird spätestens dann als Imitat enttarnt, wenn wir barfuss darüber laufen. Das taktile Erleben von Holz ist einzigartig. Selbst eine Tischplatte aus massiver Eiche (einem Hartholz) fühlt sich samtig und geschmeidig an. Jedes Stück ist ein Unikat in Struktur und Maserung.
Holz wird vom Menschen als warm empfunden (Quelle: SpringerOpen) was zwar einerseits an seinem Farbspektrum liegt, andererseits aber auch an seiner Oberflächenbeschaffenheit und der geringen Wärmeleitfähigkeit. Die wahrgenommene Wärme ist also nicht nur visuell, sondern entsteht auch durch unseren Tastsinn.
Wenn man betrachtet, wie Holz unsere Sinne anspricht, überrascht es nicht, dass zahlreiche Studien seinen positiven Effekt auf das Wohlbefinden belegen.
Während unser Kopf über den Pflegeaufwand nachdenkt, weiss unser Unterbewusstsein ganz instinktiv, wie gut uns Holz tut.
Studienbeispiele
In Biophilic Design und Neuroaesthetic Design wird untersucht wie verschiedene Materialien, Farben und Formen auf unser Wohlbefinden wirken, denn nicht nur Holz hat einen positiven Effekt auf uns. Einen Artikel zu diesem Thema findest du hier: Biophilic Design
Die Fakten sprechen für sich: Nur echtes Holz hat einen positiven, multisensorischen Einfluss auf uns.
Das Imitat mag die Augen täuschen, nicht aber unsere anderen Sinne.
Es spricht nichts dagegen, Fliesen oder Kunstharzoberflächen zu verwenden, wenn man pflegeleichte Materialien bevorzugt. Aber dann sollten Muster und Farben ehrlich sein: ohne Holzoptik.
Und bestimmt findet sich doch ein Ort, an dem echtes Holz seinen Platz findet. Ein bisschen Wärme im Raum, nicht nur optisch, sondern für alle Sinne.
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